Während in Bangkok die Aufräumarbeiten zügig vorankommen und man damit rechnet, daß die über Bangkok und mehrere Provinzen verhängte Ausgangssperre am Sonntag Morgen, dem 23.05.2010 beendet sein wird, präsentiert das CRES, die Waffen, Granaten und Bauteile für Bomben, die in dem von den "friedlichen" Demonstranten besetzten Gebiet, gefunden wurden. Das thailändische Fernsehen zeigte Bilder von Ladenbesitzern der zerstörten Shopping Center, die unter Tränen, von der Zerstörung Ihrer Existenz berichteten. Viele haben alles verloren, allein im abgebrannten Central World wurden 1000 Arbeitsplätze vernichtet. Premierminister Abhisit hat eine Rußlandreise abgesagt, um sich persönlich um die Beseitung der Folgen des wohl schwärzesten Tages der thailändischen Geschichte zu bemühen. 7 Bezirke in Bangkok wurden zum Katastrophengebiet erklärt und ein Zentrum zur Hilfe für die Geschädigten wurde etabliert.

Wie konnte so etwas nur passieren, fragen sich viele. Man zieht Parallelen zum Fall von Ayutthaya (1767), doch hätte man sich damals im Krieg mit den Burmesen befunden und Ayutthaya wäre von ausländischen Aggressoren zerstört worden, während es diesmal Thailänder selbst gewesen wären, die Ihre Haupstadt Bangkok verwüsteten.
Auch wenn keiner mit der Heftigkeit des Gewaltausbruches vom 19.05.2010 gerechnet hatte, so ganz aus heiterem Himmel kam es nun doch nicht. Schon seit Jahrzehnten gärt es im thailändischen Volk. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander und vor allem die Landbevölkerung fühlt sich (zu Recht) benachteiligt. Das ist ein fruchtbarer Boden für Populisten jeglicher Couleur.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem englischen Journalisten Anfang der 90er Jahre in Bangkok.
Thailand sei der größte Kindergarten auf Gottes Erdboden, so meinte er, doch das mutet nur von Aussen so an. Thailand und die Thailänder könne man mit einem rieigen Dampfkochtopf vergleichen, dessen Deckel einem enormen Druck standhalten muß. Wehe, wenn er explodiert !
Es bleibt zu hoffen, daß die verantwortlichen Politiker in Thailand, nach Beseitung der Schäden, nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Es wäre zu einfach nur auf die Red Shirts zu schimpfen und Sie für das Disaster alleine verantwortlich zu machen. Politische und soziale Reformen sind in Thailand mehr als überfällig und es ist schon lange an der Zeit der Landbevökerung in Thailand Gehör zu verschaffen.
Nur wenn wir bereit sind uns selbst zu ändern, können wir etwas ändern. Jegliche Änderung muß bei jedem von uns selbst beginnen, sagte ein buddhistischer Mönch, gestern Abend im Thai Fernsehen.
Wie Recht er hat!!!
Zum Bild: Als wir am gestrigen 21.05.2010 zum Kad Suan Kaew Shopping Center in Chiang Mai fuhren, wir wollten ein paar Bilder von den dort wachenden Soldaten schießen, mußten wir unweigerlich Schmunzeln, denn bei den Hinweisschildern ist offensichtlich etwas nicht so ganz richtig gelaufen und als wir den Soldaten den Wortlaut der Ankündigung übersetzten mußten auch Sie lachen.
Picture: "Thailand Unter Schock"
Photo Name: shopping-for-disaster-thailand - Thailand Unter Schock
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