Das Schröpfen ist ein Verfahren der Alternativ- oder Volksmedizin. Meist verwendet man sogenannte Schröpfgläser, die über einer Flamme erhitzt werden und dann auf die Haut aufgesetzt werden, hierbei entsteht ein Unterdruck, der Blut und "schlechte" Körpersäfte ansaugt und ein Hämatom (Bluterguß) hinterläßt. Dieses alternative Heilverfahren stammt aus dem Altertum und wurde bereits bei den alten Römern und Ägyptern angewendet. Auch im alten China setzte man das Schröpfen gegen viele Erkrankungen, wie Erkältungen, Migräne, Hexenschuß, Rheuma, Bandscheibenprobleme und sogar gegen Gelbsucht ein.
Bei den thailändischen Bergstämmen (Hill Tribes), vor allem beim Akha Bergstamm wird eine Jahrhunderte alte Version des Schröpfens praktiziert, die ohne jegliche Hilsmittel auskommt. Hierbei wird die Haut an den betreffenden Stellen zwischen Zeige- und Mittelfinger eingeklemmt und dann wird gezogen. Zurückbleiben, wie bei der klassischen Methode, Blutergüße. Bei den Akha geht man das Schröpfen eher von der spirituellen als von der medizinischen Seite an. Man zieht sozusagen die schlechte Energie aus dem Körper. Die Schröpftechnik wird von so gut wie allen Hill Tribes in Thailand beherscht und wundern Sie sich nicht wenn Sie Leuten begegnen deren Hals mit vermeintlichen "Knutschflecken" übersät ist. Die Blutergüße sind nicht etwa Zeugen einer stürmischen Liebesnacht sondern stammen vom Schröpfen. Nach so einer Prozedur wird man wohl keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, doch glaubt man den so Malträtierten, bringt das Schröpfen spürbare Besserung und nach ein paar Tagen sind die häßlichen Blutergüße wieder verschwunden.
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