Als wir vor einiger Zeit bei einer Recherche für unseren Food Blog Spice World auf Konnyaku, ein geleeartiges Lebensmittel aus Japan, stiessen, welches aus der Konjakwurzel (Amorphophallus konjac) hergestellt wird, da sahen wir zum ersten Mal ein Foto von einer Pflanze der Gattung Titanwurze (Amorphophallus), die zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) gehören. Man braucht wohl nicht zu sagen, daß die tropische Pflanze mich in Ihren Bann zog und ich erinnerte mich an einen kleinen Laden auf dem Kamthieng Pflanzen Markt in Chiang Mai, der nur seltsamste Knollen verkauft. Das waren also die Pflanzen die sich in den seltsamen Knollen versteckten , dachte ich mir und machte mich auf den Weg. Es war, wie es immer ist, den Laden gab es nicht mehr. Nun ja , Pech gehabt...
Gut 2 Monate später, wir fuhren zum Pflanzenmarkt. um bei unserer Lieblingskräuterfrau ein paar Thai Basilikum Pflanzen für unseren Kräutergarten zu kaufen, da kam mir das Schicksal zur Hilfe. Schau mal was ich da heute früh reinbekommen habe, meinte Sie und zog mich nach hinten in Ihren kleinen Laden. Da standen sie, gut 30 Teufelszungen, sie sahen zwar nicht so aus wie die auf dem Bild, aber die Knollen waren unverwechselbar. Kann man die essen fragte ich zur Sicherheit. Aber klar doch, meinte Sie, ich verkaufe doch nur essbare Pfanzen. Es sind 3 verschiedene Sorten, erklärte Sie, doch ehrlich gesagt sahen alle Knollen gleich aus. Wir kauften 2 der Pflanzen. Aus der einen Knolle entwickelte sich ein Amorphophallus paeoniifolius (siehe Bild), aus der anderen Knolle sproß ein Blatt, welches jetzt einige Monate später 2 Meter hoch ist und sich gut 2 Meter schirmmäßig ausbreitet. Hier ist wohl erst im nächsten Jahr eine Blüte zu erwarten. Doch die andere Teufelszunge (Amorphophallus paeoniifolius) hielt uns in Atem.

Bild: Teufelszunge (Amorphophallus paeoniifolius), Blütenstände
Rund 2 Wochen, nachdem wir die Teufelszunge in unserem Garten eingepflanzt hatten, öffnete sich die Blüte und verströmte einen grauenhaften Aasgeruch, was ein Monster dachte ich mir als ich die Pflanze in Augenschein nahm. Die nächsten Tage hielt uns die Teufelszunge auf Trab, voller Spannung schauten wir jeden Morgen zu, wie sich unser Alien veränderte. Zuerst gab die purpurne Haube die weiblichen, weißen Blüten frei und zog mit ihrem fürchterlichen Gestank Schwärme von Fliegen an. Erst wenn die weiblichen Blüten nicht mehr bestäubt werden können, gibt die Haube die männlichen, gelben Blüten frei, so vermeidet die Pflanze Eigenbestäubung. Nach rund einer Woche war das Naturschauspiel vorbei, die Blüte war in sich zusammengefallen und verfault, die Knolle befindet sich nun in einer Vegetationsperiode, in der sich die Knolle vergrößern und teilen wird. Im nächsten Frühjahr wird sie dann hoffentlich ein riesiges Blatt austreiben. Wann sie wieder blüht ? Hmmmm, mal sehen, vermutlich erst in 2 Jahren.
Picture: "Teufelszunge Amorphophallus Paeoniifolius"
Photo Name: teufelszunge-amorphophallus-paeoniifolius - Teufelszunge Amorphophallus Paeoniifolius
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