Sukhothai Ausser Spesen Nichts Gewesen

Ein weiteres Making of Thailand Information, diesmal gehts um eine Produktionsreise nach Sukhothai, die uns als das Sukhothai Diseaster in Erinnerung geblieben ist und ausser Spesen nichts gewesen.

Unser "Sukhothai Diseaster" ereignete sich im ersten Jahr von Thailandinformation.de. Wir lebten und arbeiteten noch in Deutschland und beschloßen unseren Jahresurlaub in den Dienst der Sache zu stellen und auf eine Produktionsreise nach Thailand zu fliegen. Wir hatten uns einen straffen Arbeitsplan auferlegt, in jeder freien Minute wurde gekocht, um unserer Rubrik thailändische Küche zu versorgen und ansonsten standen viele Aussenaufnahmen auf dem Programm. Unterstützt wurden wir dabei von unseren Freunden den beiden Shan (Thai Yai) Boys Doon und Bi und unserem späteren Fotografen Lisu Hill Tribe Boy Chocolate. Als Highlight war eine Reise nach Sukhothai und Phitsanulok geplant und davon handelt dieses Making of Thailandinformation.

Ein paar Tage vor dem thailändischen Neujahrsfest Songkran wollten wir einen Tag in Phitsanulok und den nächsten in Sukhothai, der historischen alten Königsstadt verbringen. Wir hatten ein Auto für 7:00 morgens bestellt, doch bereits damit nam das Diseaster seinen Anfang. Das Auto wurde erst gegen 10:00 Uhr geliefert und hatten wir vorher mit der Autovermietung North Wheels abgesprochen, daß wir Cash und nicht mit Kreditkarte zahlen, so war dies nun plötzlich nicht mehr möglich. Gegen 10:30 mußten wir alle Verhandlungsversuche aufgeben und uns nach einem neuen Auto umschauen, welches uns ebenfalls mit erheblicher Verspätung gegen 13:30 geliefert wurde. Unser Zeitplan war geplatzt, wir wollten bei Tageslicht in Phitsanulok ankommen, um dort zu fotografieren, doch bei einer ca 6 - 7 stündigen Fahrt war daran nicht mehr zu denken. Wir waren stinksauer und machten uns auf den Weg. Allerdings konnten wir noch nicht ahnen, daß es noch viel schlimmer kommen würde.

Kurz hinter Lampang wurden wir bei einer Polizeikontrolle herausgezogen. Man erklärte uns das die beiden Shan Jungs keine ausreichenden Ausweispapiere zu einer Reise nach Sukhothai hätten, Sie dürften mit Ihren Ausweisen den Changwat Chiang Mai nicht verlassen. Man müße Sie verhaften und ins Gefängnis nach Chiang Mai überführen. Unser verstorbener Fotograf Dee lief zur Höchstform auf und nach über einer Stunde Verhandlungen in einem Hinterzimmer, verkündete er mir das Ergebnis. Wir sollten 5000.- Baht bezahlen, dann könnten die Jungs weiterfahren. Hier gab es nicht viel zu überlegen, auch wenn der Preis deutlich über unserem knappen Budget lag. Gegen 16:30 ging die Reise endlich weiter, die Stimmung lag irgendwo in der Gegend um den Gefrierpunkt. Um 22:00 Uhr erreichten wir endlich unsere Unterkunft in Phitsanulok, und als wir die Autotür öffneten glaubten wir direkt in der Hölle angekommen zu sein. Uns schlug heiße Luft wie aus einem geöffneten Backofen entgegen. Das Thermometer am Hotel zeigt 49° C. Wir bezogen unsere Zimmer und gönnten uns eine kalte Dusche, dann machten wir uns ins nächtliche Phitsanulok auf, an Fotografieren war sowieso nicht mehr zu denken. Die Thais lagen regungslos in Liegestühlen in Ihren kleinen Läden, eingerahmt von Ventilatoren. Es war gnadenlos heiß, nicht der geringste Windhauch. Wir verzogen uns zum Abendessen auf eines der Restaurantboote am Nan River und versuchten den Abend zu retten, was uns mit Hilfe einiger Biere auch gelang.

6:30 aufstehen und nach einem grauenhaften American Breakfast gings frohen Mutes weiter nach Sukhothai. Die Sonne prügelte schon am frühen Morgen mit voller Kraft vom Himmel und die Aircondition im Auto blies nur noch lauwarme Luft aus den Schlitzen. In Sukhothai, im Historical Park angekommen, das Gleiche wie schon am Abend vorher, beim Öffnen der Autotür schlug uns eine gewaltige Hitze entgegen. Doch was solls, aufgesattelt und ran an die Arbeit. Wir kauften für jeden von uns eine Flasche Wasser und fingen an zu Fotografieren.

Shan (Thai Yai) Boys, Sukhothai, Thailand

Bild: Shan (Thai Yai) Boys Doon & Bi in Sukhothai

Nach gut 20 Minnuten, bemerkten wir, daß Fotograf Dee irgendwie seltsam zu torkeln begann. Was ist los ? Mir ist so komisch, meinte er schweißgebadet mit leicht lallender Stimme. Für mich war das ein klarer Anfang eines Sonnenstichs und brach die Arbeiten sofort ab. Die Sicherheit meines Teams geht mir über alles. Nach einer kurzer Rast in einem Nudelshop gings zurück nach Chiang Mai.

Ausser Spesen, nichts gewesen !

Glücklicherweise verliefen andere Produktionsreisen weit besser und vielleicht wird der Ein oder Andere verstehen, warum ein Projekt wie unseres auf die Unterstützung seiner Besucher und Leser angewiesen ist.



foto Sukhothai Ausser Spesen Nichts Gewesen
Bild: Thai Fotograf Dee in Sukhothai



Picture: "Sukhothai Ausser Spesen Nichts Gewesen"
Photo Name: sukhothai-thailand - Sukhothai Ausser Spesen Nichts Gewesen


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