Im Thailand des Jahres 2010 scheint man alles zu tun, um den ohnehin schwer eingebrochenen Tourismus kaputtzumachen.
Das thailändische Neujahrsfest Songkran markiert den Höhepunkt der Touristen Hochsaison in Thailand, doch als es nur wenige Tage, am 10.04.2010 in Bangkok zu schweren und blutigen Ausschreitungen zwischen den Red Shirt Demonstraten und den Sicherheitskräften, mit 21 Toten und über 850 teils Schwerverletzten, kam, da zog China als erstes die Notbremse und cancelte 100 Flüge nach Thailand.
Schon Tage vor Songkran sprachen die Hotels von einer katastrophalen Buchungslage und kurz später sprach man von einer Hotelbelegung von nur 30 %. Im nicht weniger krisengeschüttelten Vorjahr waren es angeblich noch 50 - 70 %. Während der deutsche Aussenminister Westerwelle nur zu äußerster Vorsicht in Bangkok warnte, sprachen einige asiatische Länder deutlichere Reisewarnungen aus. Der Löwenanteil der Songkran Touristen kommt aus asiatischen Ländern, wie Japan, China und Südkorea.
Kaum waren die Blutlachen in der am 10.04.2010 umkämpften Kha San Road, die vor allem bei Rucksacktouristen beliebt ist, getrocknet, begann man 2 Tage später, so als wäre nie etwas gewesen, mit der Songkran Wasserschlacht. Auch in Chiang Mai, der Songkran Hochburg herrschte ausgelassene Stimmung, wenn auch weit weniger Leute gekommen waren.
Wie schon das Loy Krathong Festival im Vorjahr, stand auch das Songkran Festival im Zeichen der Hooligans. Es scheint manchen rücksichtslosen und hirnlosen Menschen einen Riesenspaß zu bereiten, andere zu schädigen. Da werden Motorradfahrer mit 10 Liter Eimern mit Wasser und Eiswürfeln bei voller Fahrt beschüttet, da versetzt man Wasser mit Juckpulver und nicht mehr Sawasdee Pi Mai (Gutes neues Jahr) sondern Schadenfreude scheint das Geschehen zu bestimmen. Hinzu kommen die obligatorischen alkoholischen Exzesse. Die Zahlen sprechen auch im Jahr 2010 eine deutliche Sprache und man vermeldete einen neuen Rekord an Toten und Verletzten. Vom 12.04.2010 bis 15.04.2010 verloren 272 Menschen bei Verkehrsunfällen Ihr Leben, 3375 Menschen wurden verletzt. Wieviele dieser Unfälle von Stockbesoffenen verursacht wurden stand nicht in der "Songkran Statistik", man darf jedoch davon ausgehen, die Mehrzahl. Sich an den Songkran Tagen auf thailändischen Straßen zu bewegen gleicht einem Selbstmordkommando.
Es sind viele Faktoren, die den thailändischen Tourismus und so die thailändische Wirtschaft in die Knie zwingen. Man spricht derzeit von einem zu erwartenden Einbruch der Thai Wirtschaft um 2,6 % in diesem Jahr. Die thailändische "Mai Pen Rai" (das macht nichts) Mentalität scheint hier das falsche Rezept zu sein. Die Arbeitslosigkeit steigt, Hotels und Restaurants haben viele Ihrer Angestellten entlassen, die Arbeit muß nun von den noch Verbliebenen, oft auch noch zu geringeren Löhnen, verrichtet werden. Auf Grund dessen steigt die Kriminalität, binnen eines Jahres hatten wir 6 Einbrüche,von denen wir 3 vereiteln konnten und 3 Motorrad Diebstähle zu verzeichnen. Die Polizei interessierte sich noch nicht einmal dafür. Viele Expats haben bereits Reißaus genommen und so strudelt, das einst so beliebte Reiseland Thailand, immer weiter nach unten. Nutznießer der thailändischen Abwärtsbewegung dürften Kambodscha, Vietnam und Malaysia sein. Die politische , wie auch die wirtschaftliche Krise in Thailand ist hausgemacht und es wird die Thailänder noch lange beschäftigen, daß verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.
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