Als das thailändische Militär am 19.September 2006 den korrupten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra aus dem Amt putschte, begann das Geschrei im Westen, Thailand müße auf dem schnellsten Weg zur Demokratie zurückkehren.
Doch kann man dem asiatischen Land eine Demokratie nach westlichem Vorbild aufzwingen, wir meinen nein.
Thailändische Politik funktioniert anders, das sah man spätestens als die Nachfolgepartei der verbotenen und aufgelösten TRT (Thai Rak Thai), PPP (Peoples Power Party)
aus den Wahlen im Dezember 2007 als Wahlsieger hervorging.
Wie üblich in der thailändischen "Demokratie" war man mit Lastwagen voller Geld in die armen Provinzen des Nordens und Nordostens (Isaan) gefahren und hatte sich die Stimmen zusammengekauft. Der Westen war befriedigt, eine "demokratische Wahl" wurde abgehalten, doch was hatte diese Wahl noch mit Demokratie zu tun ? Widerstand formierte sich und seit einigen Monaten geht die oppositionelle PAD (Volksallianz für Demokratie) massiv gegen die "gewählte Regierung" vor. Ein erster Höhepunkt war die Besetzung der Regierungsgebäude im September 2008, die am 7.Oktober in blutigen Ausschreitungen mit 2 Toten und über 400, teils schwer, Verletzten gipfelte. Während der im Ausland sitzende, gechaste Ex-PM Thaksin seine Anhänger mit Videobotschaften aufwiegelt nimmt die Gewaltbereitschaft weiter zu. Rothemden (PPP) gegen Gelbhemden (PAD), mit Steinschleudern, Macheten, Pistolen und Sprengsätzen geht man gegeneinander vor, doch auch diese Machtdemonstrationen funktionieren nach dem "thailändischen Modell", vieler der Demonstranten sind gekauft. Wie wir gestern von Freunden in Chiang Mai - Nordthailand erfahren haben, versuchte die PAD sie für 400.- bis 700.- Baht für Aktionen anzuwerben, die PPP geht nach dem selbem Muster vor.
Seit dem 25.November 2008 sind die beiden Flughäfen in Bangkok, Suvarnabhumi und Don Muang von Demonstraten besetzt, der Flugverkehr von und nach Bangkok kam total zum Erliegen, tausende Reisende sitzen fest.
Der derzeitige Ministerpräsident Somchai Wongsawat, ein Schwager von Thaksin Shinawatra, hat sich nach Chiang Mai geflüchtet, die Regierung ist quasi handlungsunfähig.
Die Lage scheint aussichtslos, die Fronten sind verhärtet.
Der einzig mögliche Ausweg aus der verfahrenen Situation scheint ein Militärputsch. Der wirtschaftliche Schaden und der Imageverlust des beliebten Reiselandes Thailand ist immens. Thailand quo vadis?
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