Thailand ist eine Statusgeschellschaft und Status besitzt nur, wer ein Thailänder ist. Der Farang (Thai für westliche Ausländer) ist somit ein statusloses Wesen, den man zwar wie jeden anderen Menschen auch, respektiert, zudem man aber nicht aufblickt.
Die Herkunft des Wortes Farang ist nicht eindeutig geklärt.
Sprachwissenschaftler mutmassen das Wort stammt von dem persischen Wort farangg. Andere meinen, so auch wir, es stammt von dem Wort français. In der thailändischen Sprache können Buchstaben nicht zusammen stehen, z.B. f gefolgt von einem r, fr und so wendet man einen kleinen Trick an und plaziert ein a dazwischen = far. Aus français wird somit farangset, auch ein s als Wortende ist nicht aussprechbar und wird oft durch ein t ersetzt.
Aus dem französischen Wort für Brot, pain, wurde in Thailand khanom pang (Khanom steht für Gebäck, Süßigkeiten, etc..). Doch zurück zum Thema.
Farang ist ein umgangssprachliches Wort und wird oftmals eher als Schimpfwort gebraucht, das höfliche Wort für Ausländer ist Khon Tarng Chard, frei übersetzt, Mensch aus dem Ausland. Nun möchte man meinen Ausländer wären in Thailand hoch angesehen, schließlich bringen Sie ja Geld.
Weit gefehlt !
Zum einen können Thailänder nicht nachvollziehen wie Menschen mit so schlechten Manieren überhaupt zu Geld kommen. Ein Thailänder mit Geld würde niemals in Badeshorts und Flip Flops in ein Restaurant gehen, geschweige denn so in der Öffentlichkeit auftreten.
Zum zweiten denkt man, wer sich einen so teueren Flug leisten kann, der muß gehörig was im Säckel haben.
Zum dritten, neigen viele Ausländer zur Protzerei und spielen den großen Max, getreu dem Motto: "Was kostet die Welt" und das erzeugt Neid.
Neid ist dann auch der 4. Punkt, auch untereinander neiden sich Thais dies und das und besonders bei den statuslosen Farangs, versucht man nun mit allen möglichen Tricks an deren Bestes zu kommen, an deren Money.
Dann gibt es da noch einen 5. Punkt.
Thailänder schätzen Ausländer nach deren Herkunft ein
und wie "teuer" deren Geld ist. Engländer gelten als die Reichsten, gefolgt von Europäern und Amerikanern. Diese Fehleinschätzung leitet man von den Umtauschkursen ab.
Thailänder verstehen nicht, daß man in England unterm Strich eine deutlich kleinere Zahl auf dem Lohnzettel stehen hat, als z.B. in Deutschland. Ngoen paeng, das Geld ist teuer, so denkt man.
All dies führt zu der Fehleinschätzung, nämlich den endlos reichen Farangs. Arme Farangs gibts es nicht, auch ein Rucksacktourist wird als unendlich reich angesehen, schließlich kommt er aus dem Ausland.
Der Farang als ATM:
Wir haben versucht zu erklären, wie der Thailänder den Ausländer sieht und einschätzt und das führt dazu das man
Farangs als ATM oder wandelnde Geldbeutel betrachtet. Mit allen möglichen Tricks versucht man an das geliebte Money zu kommen. Da werden Rechnungen in Restaurants und Bars nach oben manipuliert, da gibt Ihnen die Bankangestellte beim Geldwechsel schon mal weniger und wenn Sie Freundschaften mit Thailändern oder noch schlimmer eine Beziehung pflegen, dann werden Sie mit Stories und Ausreden förmlich überschüttet. Da ist die Mutter plötzlich fürchterlich krank, das Motorrad kaputt, der einzige Wasserbüffel hat sich den Fuß gebrochen und so weiter und so fort. Man kann sich vor Anfragen bezüglich Geld und Geld Ausleihens kaum mehr retten, zurückbezahlt wird äußerst selten, schließlich ist man selbst arm und der Farang fürchterlich reich. Auch den Farang zu bestehlen sieht man als moralisch nicht oder kaum verwerflich an, Robin Hood läßt schön grüßen.
Das ganze hat System, so zahlt ein Ausländer als Eintrittsgebühr für einen Thai Nationalpark 200.- bis 400.- Baht, Thailänder 20.- bis 40.- Baht. In einigen Restaurants gibt es noch immer Speisekarten mit thailändischen Zahlen, die eine andere Sprache sprechen als die lateinischen.
Wer länger in Thailand unterwegs ist oder gar dort leben möchte, kommt nicht umhin sich mit dieser Thematik auseinander zusetzen.
Wir befolgen ein paar strikte Regeln:
Kein Geld verleihen, Sie sehen es sowieso nie wieder.
Kein Geld für Stories, egal ob man nun als Farang Khi niau
oder Farang Ding Dong beschimpft wird.
Zudem bezahlen wir nicht das "Double Pricing" und verzichten seit langem auf Besuche von Thai Nationalparks und Einrichtungen die dieses System anwenden.
Résumé:
Es liegt uns nicht daran Thailand in irgendeiner Art schlecht zu reden, doch auch Thailand hat seine negativen Seiten. Viel Farangs, die zum ersten Mal in das tropische Land kommen, empfinden Thailand als Paradies und erst Jahre später legen Sie Ihre rosarote Brille ab.
Thailand ist ein wunderschönes Land und die Thailänder sind meist sehr liebenswürdige Menschen,
doch Holzauge sei wachsam.
Picture: "Farang Thai Fuer Auslaender"
Photo Name: der-farang - Farang Thai Fuer Auslaender
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