Als wir Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal das kleine Städtchen Pai (Amphoe Pai) in Nordthailand, nahe der Grenze zu Burma Birma, Myanmar), besuchten, da war es noch ein beschauliches, kleines Nest. Diese Zeiten gehören aber schon seit einigen Jahren der Vergangenheit an. Vor allem Backpacker, Rucksacktouristen haben das Städtchen fest im Griff, sehr zum Leid der Behörden. Seit einigen Jahren macht in Thailand der Begriff des Qualitätstouristen die Runde, hierunter versteht man Touristen, die mit prall gefüllten Geldbeuteln Ihren Urlaub in Thailand verbringen.

Pai liegt rund 135 Kilometer von Chiang Mai entfernt,
doch die Straße hat es in sich. Wer meint die lächerlich anmutenden 135 km in 2-3 Stunden zurücklegen zu können, der wird schnell eines besseren belehrt. Die Straße schraubt sich in endlosen Serpentinen die Berge rauf und runter und 6-7 Stunden Fahrtzeit sind keine Seltenheit. Wer zur Reisekrankheit neigt sollte vor dem Trip unbedingt vorsorgen.
Pai hat rund 3000 Einwohner, die meisten gehören den verschiedenen Bergstämmen an. Die stärkste Volksgruppe sind die Lisu Hill Tribes. Durch den Tourismusboom verfügt das kleine Nest mittlerweile über 200 Hotels und Guesthouses, Restaurants bieten Pizza, Steak und Hamburger und aus den Lautsprechern der zahlreichen Bars dröhnt amerikanische Country und Westernmusik oder Reggae.
Den Behörden blieb der "unthailändische" Wandel nicht veborgen und so ersann man immer neue Schikanen. Da schaffte man mobile Drogentestlabors an, erließ Tanzverbote und verbot Hüttenbauten aus Bambus, die Touristenunterkünfte müßten aus "Sicherheitsgründen" aus solidem Material gebaut sein. Die Backpacker schien dies nicht abzuhalten und so hat sich das kleine Städtchen zu einer Art Verlängerung der Khao San Road in Bangkok entwickelt.

Bild: Hüttensiedlung am Pai River (Mae Nam Pai)
Trotzdem, Pai und vor allem das Umland ist eine Reise wert.
Man bietet zahlreiche Touren, Riverrafting, Mountainbiking, etc. an. Motorräder und Fahrräder können vor Ort zu günstigen Preisen gemietet werden und erlauben so auch Touren auf eigene Faust in die atemberaubende Berglandschaft

Bild: Pai Canyon
Noch ein Wort zu Pai und Amphoe Pai:
Das Wort "Pai" (für die Stadt Pai) ist relativ schwierig auszusprechen, man muß den Ton treffen, sonst bedeutet "pai" gehen oder schlimmer "Hau ab".
Besser setzt man aus "Sicherheitsgründen" Amphoe (Landkreis),
davor, also Amphoe Pai und hat so ein "sprachliches Fettnäpfen" galant umschifft.
Picture: "Amphoe Pai Verlaengerung Khao San Road Nord Thailand"
Photo Name: pai-city-thailand - Amphoe Pai Verlaengerung Khao San Road Nord Thailand
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